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Studie zeigt: Krähen verarbeiten visuelle Informationen doppelt so schnell wie Säugetiere

Tendela Briefing ·
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Studie zeigt: Krähen verarbeiten visuelle Informationen doppelt so schnell wie Säugetiere

Image: Ars Technica · Source

Forschungen zeigen, dass Krähen komplexe visuelle Reize in etwa der halben Zeit von Primaten auswerten können, trotz unterschiedlicher Gehirnstruktur – ein Hinweis auf einzigartige evolutionäre Anpassungen in der Vogel-Kognition.

Eine aktuelle wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass Krähen visuelle Informationen doppelt so schnell verarbeiten und bewerten können wie Säugetiere, darunter Primaten, obwohl ihre Gehirnarchitektur grundlegend anders ist. Forscher der Universität Tübingen untersuchten, wie Krähen eine komplexe visuelle Entscheidungsaufgabe bewältigen, die als Random-Dot-Motion-Aufgabe bekannt ist und häufig zur Untersuchung von Entscheidungsprozessen bei Primaten verwendet wird.

Bei dieser Aufgabe betrachtet das Versuchstier eine Wolke von Punkten, die sich in verschiedene Richtungen bewegen, und muss die Gesamtbewegungsrichtung bestimmen. Zwei Aaskrähen wurden darauf trainiert, ihre Wahl durch Picken auf einen Touchscreen anzuzeigen, während die Forscher die Aktivität von Neuronen im Nidopallium caudolaterale (NCL) der Krähen aufzeichneten, einem Bereich, der funktionell der präfrontalen Kortexregion der Säugetiere entspricht.

Trotz einer evolutionären Trennung von Säugetieren vor über 360 Millionen Jahren und dem Fehlen der schichtartigen Neocortex-Struktur, die für Primaten charakteristisch ist, nutzten die Krähen eine ähnliche mathematische Logik, um sensorische Informationen anzusammeln, bevor sie eine Entscheidung trafen. Bemerkenswerterweise trafen die Krähen ihre Entscheidungen im Mittel bereits nach etwa 235 Millisekunden, verglichen mit 400 bis 600 Millisekunden bei Affen unter ähnlichen experimentellen Bedingungen, während sie eine vergleichbare Genauigkeit wie Primaten und Menschen beibehielten.

Die Studie ergab, dass etwa ein Viertel der im NCL aufgezeichneten Neuronen eine Aktivität zeigten, die mit den Entscheidungen der Vögel korrelierte; entscheidungsbezogene Signale traten schon etwa 70 Millisekunden nach Stimulusbeginn auf – lange bevor die Vögel mit dem Picken begannen. Dieses Aktivitätsmuster ähnelt den Entscheidungssignalmustern, die in den Gehirnen von Primaten beobachtet werden.

Der leitende Forscher Andreas Nieder erläuterte, dass die Geschwindigkeit der Krähen auf mehrere physiologische Faktoren zurückzuführen sei: die geringe Größe und dichte Anordnung der Neuronen, die kurze axonale Wege erlauben, sowie die höheren Körpertemperaturen (bis zu 41–42ºC), die neuronale und chemische Prozesse beschleunigen. Diese Anpassungen, vermutlich bedingt durch die Anforderungen des Fliegens und die Notwendigkeit schneller sensorimotorischer Reaktionen, ermöglichen eine effiziente Verarbeitung in einem kompakten Vogelgehirn.

Obwohl die Ergebnisse eine evolutionäre Konvergenz in Entscheidungsmechanismen hervorheben, mahnen die Forscher, dass die Stichprobengröße der Studie klein war (zwei Vögel) und sich auf hochintelligente Krähenarten konzentrierte. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Resultate auf andere Vogelarten oder kognitive Aufgaben übertragen lassen.

Diese Arbeit, veröffentlicht in Science im Oktober 2026, fördert das Verständnis darüber, wie unterschiedliche Gehirnarchitekturen schnelle und genaue sensorische Entscheidungen unterstützen können, und unterstreicht einzigartige neuronale Anpassungen bei Vögeln, die ihnen das Überleben in komplexen Umgebungen ermöglichen.

Image of a black crow looking quizzically at the camera.
Image of a black crow looking quizzically at the camera. · Quelle ↗
Photo of Jacek Krywko
Photo of Jacek Krywko · Quelle ↗

Quellen und Originalberichte

Source: Ars Technica
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