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Forscher rekonstruieren alte Glasrezeptur und optische Effekte der Lycurgus-Schale

Tendela Briefing ·
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Forscher rekonstruieren alte Glasrezeptur und optische Effekte der Lycurgus-Schale

Image: Ars Technica · Source

Wissenschaftler der Universität Sheffield haben erfolgreich die 1600 Jahre alte dichroitische Glasrezeptur der Lycurgus-Schale reproduziert und eine moderne Skulptur geschaffen, die je nach Beleuchtung die Farbe von Grün zu Rot verändert.

Die Lycurgus-Schale, ein bemerkenswertes römisches Artefakt aus etwa 400 n. Chr., ist berühmt für ihr einzigartiges dichroitisches Glas, das seine Farbe in Abhängigkeit von der Beleuchtungsrichtung ändert – es erscheint grün, wenn es von vorne beleuchtet wird, und tiefrot, wenn es von hinten beleuchtet ist. Dieses optische Phänomen, das jahrhundertelang rätselhaft blieb, wurde 2007 gold- und silberhaltigen Nanopartikeln im Glas zugeschrieben. Diese Nanopartikel beeinflussen, wie Elektronen auf Licht reagieren und vibrieren, was farbliche Wechsel abhängig vom Blickwinkel des Betrachters verursacht.

Aufbauend auf diesem Verständnis führten Forscher der Universität Sheffield, darunter Lisa Hollands und die Expertin für römisches Glas Caroline Jackson, umfangreiche Experimente durch, um eine konsistente, reproduzierbare Rezeptur für dieses antike Glas zu finden. Sie untersuchten zahlreiche Variablen wie Ofentypen, Materialien, Sauerstoffbedingungen und fü gten sogar Zucker ihren Mischungen hinzu, um die ursprünglichen römischen Techniken nachzuahmen.

Ihre Bemühungen gipfelten in der Herstellung von Glas, das den charakteristischen dichroitischen Effekt zeigt – es wechselt zwischen grün reflektiertem Licht und rot durchgeleuchtetem Licht – und das dem Glas der antiken Schale sehr nahekommt. Dieses reproduzierte Glas wurde erstmals auf dem LightFest im Rahmen eines britischen Projekts gezeigt, das sich der Entwicklung neuer photonischer Materialien für nachhaltige Technologien widmet.

Im Anschluss beauftragte das Projekt den britischen Glaskünstler Elliott Walker, Gewinner des Netflix-Wettbewerbs Blown Away, mit der Anfertigung einer zeitgenössischen Skulptur zu Ehren der Lycurgus-Schale. Walker entwarf ein Werk, das klassische Formen und erzählerische Elemente des Originalartefakts kombiniert und durch Glasblas-Techniken die auffälligen dichroitischen Eigenschaften hervorhebt.

Die neue Skulptur wird öffentlich in der Millennium Gallery der Universität Sheffield während des Festival of the Mind ausgestellt und anschließend dauerhaft im Turner Museum of Glass der Universität untergebracht. Dieser Erfolg belebt nicht nur eine antike römische Kunstform neu, sondern fördert auch die moderne Materialwissenschaft, indem er das Verständnis von nanopartikelhaltigem Glas und dessen Lichtinteraktionen vertieft.

contemporary glass sculpture mimcking the figure and optical effects of the famous Lycurgus Cup
contemporary glass sculpture mimcking the figure and optical effects of the famous Lycurgus Cup · Quelle ↗
When viewed in reflected light, the cup's dichroic glass is green in color.
When viewed in reflected light, the cup's dichroic glass is green in color. · Quelle ↗
When viewed in transmitted light (backlit), the glass appears red.
When viewed in transmitted light (backlit), the glass appears red. · Quelle ↗
a contemporary glass sculpture paying homage to its intricate ancient twin using glass made in the Sheffield melting shop
a contemporary glass sculpture paying homage to its intricate ancient twin using glass made in the Sheffield melting shop · Quelle ↗
UK glass artist Elliot Walker created the new piece using the Sheffield recipe.
UK glass artist Elliot Walker created the new piece using the Sheffield recipe. · Quelle ↗
Photo of Jennifer Ouellette
Photo of Jennifer Ouellette · Quelle ↗
▶ Sculpture re-creates odd optical effects of famed Lycurgus Cup — Video ansehen ↗

Quellen und Originalberichte

Source: Ars Technica
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